Tischhauben und Muldenhauben Test 2017

Tischhauben und Muldenhauben sind direkt in die Arbeitsplatte oder ins Kochfeld integriert. Sie lassen den Wrasen im Test gar nicht erst weit nach oben steigen, sondern saugen ihn von der Seite nach unten ab – ganz anders als alle herkömmlichen Modelle im Dunstabzugshauben Test. Dabei gibt es zwei ähnliche Bauweisen, die im Vergleich aber doch Unterschiede besitzen.

Tischhauben 1×1

Tischhauben fahren aus der Arbeitsplatte nach oben und erreichen eine Höhe von ca. 20-30 cm, können Dampf daher direkt auf Topfhöhe seitlich einsaugen. Allerdings sind sie in der Regel nebem dem Kochfeld montiert, sodass sie die beiden Seiten des Herdes nicht gleich gut abdeckt.

Muldenhauben 1×1

Muldenhauben befinden sich in der Mitte einer speziellen Herdplatte. Der Luftsog kommt also immer von unten. Daher muss der aufsteigende Dampf zunächst in die gegensätzliche Richtung gelenkt werden. Entsprechend kurz ist dafür der Weg zwischen Mulde und z.B. jeder einzelnen Pfanne.

90-cm-Tischhauben im Vergleich: Bestseller im Überblick

Platz1234
Bild
TischhaubeKKT Kolbe
Draft900
Franke
Dawn FDW 908 IB XS
Neff
AirDeluxe 300
Siemens
LD97AA670
Absaugen
Umwälzmenge
(Stufe 3)
600 m³/h420 m³/h450 m³/h450 m³/h
Leistung190 W270 W275 W275 W
FettabscheidegradADDD
Komfort
Lüfterstufen3 + 13 + 13 + 23 + 2
Beleuchtung16 W LED1 x 7 W LED1 x 10 W LED1 x 10 W LED
Umwelt
EnergieeffizienzklasseCBCC
Lautstärke
(höchste Normalstufe)
49 dB57 dB61 dB63 dB
Online-Preis979,65 €1.079,61 €1.477,71 €
Alle Details
Alle Angaben laut jeweiligem Hersteller oder Händler.

Vorteile und Nachteile im Test

Die von uns angesehenen Tisch- und Muldenhauben sind tatsächlich eine Revolution in puncto Dunstabzug. Sie bieten gleich mehrere erstaunliche Verbesserungen, angefangen beim Betriebsgeräusch bis hin zur Luftqualität. Die vielen Vorzüge haben aber auch ihren Preis – das ist der wohl größte Nachteil im Vergleich.

Lautstärke im Vergleich

  • Da die Technik der Tischhauben unterhalb der Arbeitsplatte verborgen ist, ergeben sich mehrere Vorteile. Der Motor arbeitet nicht, wie bei einer klassischen Abzugshaube, auf Kopfhöhe. Der Resonanzkörper, der bei vielen normalen Hauben aus Edelstahl besteht, entfällt ebenfalls. Allein das bedeutet schon eine deutliche Senkung des Lärmpegels.
  • Hinzu kommt, dass die Motoren je nach Gerät auch im Fuß-Sockel der Küchenzeile montiert werden können, zudem sind verschiedene Arten an Schalldämmung im Angebot.

Das Resultat z.B. im Bora Tischhauben Test ist beeindruckend: Antriebsgeräusche sind gar nicht mehr zu hören, lediglich der Luftzug als solcher. Gegenüber dem surrenden bis sägenden Geräusch normaler Kopfhauben ist das viel angenehmer.

Luftmenge: Weniger bietet mehr

Tischhauben hingegen können die aufsteigende Luft mit Gerüchen und Fetten direkt oberhalb von Topf oder Pfanne umlenken, bevor sich die Bestandteile ausbreiten. Da die Tisch- und Muldenhauben so nah an der Wrasen-Quelle arbeiten, müssen sie im Vergleich zu Wandhauben & Co. weniger Kubikmeter pro Minute einsaugen, um die Luft rein zu halten.

Der Grund: Der Dampf kann sich gar nicht erst nach oben bewegen und sich dabei seitlich ausbreiten. Genau aus diesem Umstand müssen Modelle in Kopfhöhe aber sehr starke Saugleistungen bringen.

Luftqualität: Freie Nase beim Kochen

Die Atemluft in Kopfhöhe ist im Vergleich zu anderen Konstrukrionen sehr frisch. Das ist kein Zufall, denn der Wrasen zieht gar nicht erst an Mund und Nase des Nutzers vorbei nach oben. Stattdessen steigt er z.B. nur ca. 50 cm aus dem Kochgut auf, bevor er dann komplett umgelenkt und in die Mulde oder die seitliche Tischhaube gesogen wird.

Der Hersteller Bora hat sich eine Cleanrate von 100% auf Kopfhöhe im Test bestätigen lassen. Herkömmliche Hauben an Wand oder Decke erreichen dagegen Werte um 60%.

Übrigens: Dampf steigt mit ca. 1 Meter/Sekunde nach oben, die besten Tisch- bzw. Muldenhauben saugen aber mit 4 Metern/Sekunde oder mehr nach unten. Dadurch lässt sich der Wrasen effektiv einfangen.

Muldenhauben Test: Starke Sogwirkung – außer bei hohen Töpfen

Im Muldenhauben Test haben wir uns verschiedene Geräte intensiv angesehen und die Funktionen bis ins Detail geprüft. Dabei ist die anfängliche Skepsis recht groß gewesen. Immerhin zieht Dampf nach oben und muss zunächst umgeleitet werden. Die Ergebnisse in der Praxis sind aber wider Erwarten sehr überzeugend. Als Beispiel haben wir hier die Saugwirkung eines Bora Modells mit integriertem Absaugschacht im Video aufgenommen.

Montage: Freiraum vor Kopf, Platzbedarf unter der Platte

Neben der direkten Dampfabsaugung am “Ort des Geschehens” punkten Mulden- und Tischhauben durch die uneingeschränkte Gestaltung der Küche auf Kopfhöhe. Ob man nun statt der Haube einen zusätzlichen Hängeschrank anbringt, Lampfen, Deko oder einfach gar nichts – das ist jedem selbst überlassen.

Tischhaube Montage 2016

Aufrisszeichnung: Die Technik einer Tischhaube muss unter der Arbeitsplatte verbaut werden. Links vom Teleskopschacht der ausfahrbaren Haube befinden sich Motor & Co in einem größeren Kasten. Screenshot (c) Neff

Doch die Technik der ausfahrbaren oder in die Kochplatte integrierten Hauben muss natürlich ebenfalls irgendwo untergebracht werden. Neben dem Schacht, in den eine Tischhaube verschwinden kann, wenn sie nicht benötigt wird, sind zudem der Motor, die Filter und die Luftführung zu verstauen.

Für den Einbau benötigt man also relativ viel Platz im Schrank unter der Arbeitsplatte oder im Sockel der Kochzeile. Je nach Modell und Art des Einbaus fehlt dort dann entsprechender Stauraum. Das ist ungewohnt, da man meist Küchentechnik unter der Arbeitsplatte meist nur in Form von Backofen oder Spülmaschine einplant.

Nachrüsten? Aufwändig, aber möglich

Wer schon eine fertig ausgestattete Küche nutzt, kann den Dunstabzug nach unten oder zur Seite auch nachträglich einbauen. Allerdings ist dies etwas aufwändiger, als klassischen Wandhauben gegeneinander auszutauschen:

  • Für Tischhauben sind normale Herdfelder meist zu tief. Zusätzlich zur Installation der eigentlichen Haube hinter dem Kochfeld ist daher meist auch der Austausch der Herdplatte gegen ein kürzeres Modell erforderlich. Die entsprechenden Kosten muss man also zum Preis für die eigentliche Haube noch hinzurechnen.
  • Wer eine Muldenhaube installiert, erhält mit dieser direkt die passende Herdplatte, in die sie eingelassen ist. Insofern relativiert sich der hohe Preis etwas – immerhin erhält man automatisch eine neue Kochstelle. Wenn man nicht vorhatte, diese zu erneuern, ist der Kostenvorteil allerdings nur theoretischer Natur.

Auch das Platzproblem für die Technik ist lösbar. Laut Küchenplanern, mit denen wir gesprochen haben, findet sich erfahrungsgemäß immer genug ungenutztes Volumen. Damit soll laut Planern auch das Nachrüsten einer Tisch- bzw. Muldenhaube möglich sein.

Kosten – das größte Manko bei Muldenhauben & Co.

Alle Muldenhauben bzw. ausfahrbare Tischhauben im Test haben leider in aller Regel einen sehr hohen Kaufpreis. Man muss auch für Basis-Modelle um die 2000 Euro kalkulieren, Top-Systeme können auch über 7000 Euro kosten. Zum Vergleich: Bei klassischen Wandhauben und Lüfterelementen findet sich bereits unter 500 Euro eine enorme Auswahl auch sehr hochwertiger Modelle.

Den zweifellos teuren Anschaffungspreis muss man jedoch in zweierlei Hinsicht relativieren:

  • Eine Herdplatte ist bei Muldenhauben inklusive, da sich die Mulde in dessen Mitte befinden muss. Diese Kochfelder sind dabei, soweit wir im Vergleich sehen konnten, ebenfalls sehr hochwertig.
  • Die laufenden Kosten sind in der Regel relativ gering, da die (aufwändige) Motortechnik und Strömungskanäle unterhalb der Arbeitsplatte teils sehr effizient sind. Dadurch sind die Stromkosten enstprechend niedrig. Achten Sie beim Kauf aber unbedingt auf die angegebenen Effizienzklassen – denn natürlich auch teure Modelle können Stromfresser sein.